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Gute motorische Fähigkeiten (insbesondere eine gute Ausdauerleistungsfähigkeit) sind Grundvoraussetzungen für eine gute Gesundheit und eine höhere Lebenserwartung im Erwachsenenalter.

Um die Ausdauerleistung zu messen müssen die Kinder einen abgesteckten Bereich innerhalb von 3 Minuten umrunden. Die zurückgelegten Meter pro Zeit geben Aufschluss über die Ausdauerleistung

Nach einem Jahr zeigte sich, dass die Kinder in der Interventionsgruppe, also die, die an Komm mit in das gesunde Boot teilnahmen, mit 306m deutlich mehr Meter in drei Minuten zurücklegten, als die Kinder in der Wartegruppe (287m).

 

Abbildung 1: Veränderung in der zurückgelegten Strecke beim 3-Minuten-Lauf

Bei der Befragung zum Ernährungswissen wurden den Kindern 8 Karten mit Lebensmitteln (Erdbeere, Kartoffel, Gurke, (Mineral-)Wasser, Salami-Pizza, Pommes frites, Gummibärchen, Limonade) gezeigt, die sie gesunden und weniger gesunden Lebensmitteln zuordneten.

In der zweiten Aufgabe wurden 7 Karten mit Obst- und Gemüsesorten (Blumenkohl, Kohlrabi, Bohnen, Orange, Kiwi, Himbeeren, Trauben) gezeigt, die sie benennen und den Kategorien „Obst“ oder „Gemüse“ zuordnen sollten.

Die Anzahl richtig benanntet gesunder und ungesunder Lebensmittel ist von ungefähr 5 auf 6 sowie von Obst- und Gemüsesorten von 3 auf 4 gestiegen. Auch die Zuordnung der Lebensmittel zur Kategorie „Obst“ oder „Gemüse“ hat sich von ca. 4 auf 5 erhöht.

Das Wissen der Kinder über Obst und Gemüse hat sich also, ohne Unterschied zwischen Boot- und Wartegruppe, verbessert.

 

Abbildung 2: Anzahl richtiger Antworten beim Ernährungswissen

Da regelmäßige körperliche Aktivität wichtig für die gesunde Entwicklung sowie die Gesunderhaltung der Kinder ist, wurde sie in der Gesundheitsstudie mittels des Elternfragebogens erhoben. Empfehlungen sehen vor, dass sich Kinder mindestens eine Stunde pro Tag moderat bis intensiv körperlich betätigen (WHO, 2010; Rütten & Pfeiffer, 2016). Zudem hat das Programm Komm mit in das gesunde Boot zum Ziel die (Alltags-)Bewegung der Kinder zu steigern.

Die Kinder in der Boot-Gruppe bewegen sich signifikant mehr als die Kinder in der Wartegruppe ab.

Abbildung 3: Anteil der Kinder, die nach Angaben der Eltern 60 Minuten körperlicher Aktivität am Tag erreichen

Beim Besuch der Kindergärten sollten die Kinder außerdem anhand von Karten angeben, ob sie sich lieber bewegen oder lieber sitzen, fernsehen oder mit dem Computer spielen.

Bei der Wartegruppe ist die Präferenz für Sport in allen Kategorien von 2016 zu 2017 gesunken. In der Interventionsgruppe ist die Vorliebe für Sport in Bezug auf Fernsehen und sitzen gestiegen. Die nebenstehenden Abbildungen zeigen die prozentualen Anteile der Vorlieben der Warte- und Interventionsgruppe zu 2016 sowie 2017.

Abbildung 4: Präferenz Sport vs. Fernsehen

Da sowohl die Ernährung, als auch Lebensstilfaktoren, wie Medienkonsum und körperliche Aktivität einen Einfluss auf den Gewichtsstatus der Kinder haben können (Olds et al., 2010) wurde dieser während eines Besuchs in der Kindertagesstätte objektiv erhoben. Mittels Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht wurden für jedes Kind BMI Perzentile nach deutschen Referenzwerten (Kromeyer-Hauschild et al., 2001) ermittelt.

Die BMI-Perzentile der Kinder der Wartegruppe sind gestiegen und die der Boot-Gruppe signifikant gesunken.

Abbildung 5: Entwicklung der BMI Perzentile

Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Gesundheits- und Verhaltensbereiche betrachtet und unterschiedliche Methoden angewendet. Bei den Messungen war an ein bis zwei Vormittagen ein Messteam der Universitätsklinik Ulm in der Kindertageseinrichtung und führte altersgerechte Tests und Befragungen mit den Kindern durch. Die Eltern der Kinder, die Erzieher und die Einrichtungsleitung erhielten jeweils anschließend einen Fragebogen.

Dank der großen Teilnahmebereitschaft wurde uns ein großer Datensatz über die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten der Kinder beschert. So konnten einige positive Entwicklungen durch das Programm Komm mit in das gesunde Boot aufgezeigt werden. So ist beispielsweise sichtbar, dass sich die Ausdauerfähigkeiten der Kinder in dem Interventionsjahr deutlich verbesserte. Zwar zeigen sich keine Unterschiede im Wissen über Obst- und Gemüsesorte, doch gaben die Eltern einen leichten Rückgang des Fernsehkonsums und eine Steigerung des Sportverhaltens an. Auch das Körpergewicht der Interventionsgruppe konnte deutlich gesenkt werden.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Einrichtungsleitungen und ErzieherInnen der Kindertagestätten, Eltern und natürlich teilnehmenden Kindern der Gesundheitsstudie bedanken.