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Regelmäßige Bewegung ist wichtig für die gesunde Entwicklung und die Gesunderhaltung der Kinder. Kinder sollen sich täglich mindestens drei Stunden bewegen, davon mindestens eine Stunde pro Tag in moderater bis intensiver Intensität (so, dass sie zu schwitzen beginnen; WHO, 2020).

Das Programm Komm mit in das gesunde Boot hat zum Ziel die (Alltags-)Bewegung der Kinder zu steigern und fragte die Eltern nach dem Bewegungsverhalten ihrer Kinder.

Zu Beginn der Untersuchung bewegten sich die Kinder im Durchschnitt an zwei bis drei Tagen pro Woche für mindestens eine Stunde so intensiv, dass sie zu schwitzen begannen. Nach einem Jahr reduzierte sich das in der Gruppe der Kinder in den Regelkindergärten leicht, wohingegen die Kinder, die am Programm Komm mit in das gesunde Boot teilnahmen, sich an deutlich mehr Tagen pro Woche bewegten.

Die Kinder, die am Programm teilnahmen, bewegen sich signifikant mehr als die Kinder im Regelkindergarten.

 

Abbildung 1: Anteil der Kinder, die nach Angaben der Eltern 60 Minuten körperliche Aktivität am Tag erreichen

Gute motorische Fähigkeiten (insbesondere eine gute Ausdauerleistungsfähigkeit) sind Grundvoraussetzungen für eine gute Gesundheit und eine höhere Lebenserwartung im Erwachsenenalter.

Um die Ausdauerleistung zu messen, umrunden die Kinder einen abgesteckten Bereich innerhalb von drei Minuten so oft sie können. Die zurückgelegten Meter innerhalb dieser drei Minuten geben Aufschluss über die Ausdauerleistung.

Nach einem Jahr zeigte sich, dass die Kinder, die an Komm mit in das gesunde Boot teilnahmen, mit 306 m deutlich mehr Meter in drei Minuten zurücklegten, als die Kinder im regulären Kindergarten (287 m).

Die Kinder, die am Programm teilnahmen, haben nach einem Jahr eine höhere Ausdauerleistungsfähigkeit, als die Kinder im Regelkindergarten.

 

Abbildung 2: Veränderung in der zurückgelegten Strecke beim 3-Minuten-Lauf

 

Zuckerhaltige Getränke

Ein Aspekt, den das Programm Komm mit in das gesunde Boot versucht zu verändern, ist der Konsum zuckerhaltiger Getränke. Dieser kann nicht nur Karies auslösen, sondern auch zu einer ungewollten Gewichtszunahme führen. Ein regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke ist für etwa ein Fünftel des Risikos für Übergewicht bei Kindern verantwortlich.

 

Mittels eines Fragebogens beantworteten die Eltern der teilnehmenden Kinder wie oft diese gesüßte und ungesüßte Getränke zu sich nehmen.

 

Vor der Durchführung des Programms tranken 8% der Kinder im Regelkindergarten ein- bis mehrmals täglich gesüßte Getränke. In der Gruppe, die an Komm mit in das gesunde Boot teilnehmen sollten, waren es sogar 11% der Kinder, die ein- bis mehrmals täglich gesüßte Getränke zu sich nahmen.

Während nach einem Jahr im Regelkindergarten keine Veränderung bzgl. des Getränkekonsums zu sehen war, tranken in der Gruppe, die an Komm mit in das gesunde Boot teilnahmen, nur noch 5% der Kinder ein- bis mehrmals täglich gesüßte Getränke zu sich (eine Reduktion um mehr als die Hälfte).

 

Der Konsum zuckerhaltiger Getränke konnte in der Gruppe, die am Programm teilnahmen, um mehr als die Hälfte reduziert werden.

 

 

Abbildung 3: Anteil der Kinder, die ein- bis mehrmals täglich gesüßte Getränke zu sich nehmen

Freizeitpräferenzen

Komm mit in das gesunde Boot will eine aktive Freizeitgestaltung möglichst ohne Bildschirmmedien erzielen. In Deutschland haben rund 70 % der Kinder im Kindergartenalter regelmäßigen Zugang zum Smartphone eines Elternteils und nutzen diese im Durchschnitt mehr als eine halbe Stunde täglich. Folgen eines erhöhten Bildschirmmedienkonsums können Sprachentwicklungsstörungen, Hyperaktivität, Einschlafprobleme und ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Übergewicht sein.

Beim Besuch der Kindergärten sollten die Kinder daher anhand von Karten angeben, ob sie sich lieber bewegen, lieber sitzen, fernsehen oder mit dem Computer spielen.

In der Gruppe der Kinder im Regelkindergarten ist die Präferenz für Bewegung in allen Kategorien innerhalb eines Jahres gesunken.

In der Gruppe, die an Komm mit in das gesunde Boot teilnahmen, ist die Vorliebe für Bewegung in Bezug auf Fernsehen und Sitzen innerhalb eines Jahres gestiegen.

Die untenstehende Abbildungen zeigen die prozentualen Anteile der Vorlieben der Kinder in den Regelkindergärten und den Kindergärten, die an Komm mit in das gesunde Boot teilnahmen zu Beginn und Ende der Untersuchungen.

Abbildung 4: Präferenz Bewegung vs. Fernsehen

Gewichtsstatus

Sowohl Ernährung, als auch Lebensstilfaktoren, wie Bildschirmmedienkonsum und Bewegung können einen Einfluss auf den Gewichtsstatus von Kindern haben (Olds et al., 2010).

Während eines Besuchs in der Kindertagesstätte wurde die Körperzusammensetzung der Kinder objektiv erhoben. Mittels Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht wurden für jedes Kind die individuellen BMI Perzentile (geschlechts- und altersabhängige Werte für den Body-Mass-Index) nach deutschen Referenzwerten (Kromeyer-Hauschild et al., 2001) ermittelt.

Während die BMI Perzentile der Kinder in den Regelkindergärten weitestgehend gleich blieben, sanken sie bei den Kindern, die an Komm mit in das gesunde Boot teilnahmen.

Abbildung 5: Entwicklung der BMI Perzentile

Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Gesundheits- und Verhaltensbereiche betrachtet und unterschiedliche Methoden angewandt. Bei den Untersuchungen war an ein bis zwei Vormittagen ein Messteam der Universitätsklinik Ulm in der Kindertageseinrichtung und führte altersgerechte Tests und Befragungen mit den Kindern durch. Die Eltern der Kinder, die Erzieher/innen und die Einrichtungsleitung erhielten jeweils anschließend einen Fragebogen.

Dank der großen Teilnahmebereitschaft können nun valide Aussagen zu den unterschiedlichen Bereichen gemacht werden. So konnten einige positive Entwicklungen durch das Programm Komm mit in das gesunde Boot aufgezeigt werden. Beispielsweise ist sichtbar, dass sich die Ausdauerleistungsfähigkeit der Kinder im Interventionsjahr deutlich verbesserte. Zudem gaben die Eltern einen Rückgang des Bildschirmmedienkonsums, eine Steigerung der Bewegung und eine Reduktion von gesüßten Getränken an. Auch die BMI Perzentile der Kinder in der Gruppe, die am Programm teilnahm, konnten reduziert werden.

An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Einrichtungsleitungen und Erzieher/innen der Kindertagestätten, Eltern und natürlich bei den teilnehmenden Kindern der Gesundheitsstudie. Vielen Dank!